KapuzinerkresseEin Besucher hat mir ein vergessenes Wort wieder in Erinnerung gebracht.

Es gibt  so Tage da ist mensch einfach „knülle“ , sagte er. Also zerschlagen, erschöpft, betont den Zustand leichter geistiger Unzurechnungsfähigkeit. 1)

Aber auch, sagt der Duden (gehoben) berauscht.

und das bin ich wohl auch ein wenig, denn so sind die Tage hier gerade: noch ein bisschen Sommer, fast Hitze und Sonne. Aufsaugen für den Winter – wie Frederik, welche das Buch kennt. Das machen wohl auch die Bienen, Schmetterlinge und was so noch hier rumfliegt gerade.

Die Alltagskunst hat sich gerade mehr darin gezeigt mit dem Zustand knülle umzugehen und dabei Gelassenheit zu bewahren.

Frederick

1) (vgl. http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/knuelle.html‎).

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so heißt ein Buch, dass ich vor Jahren mal hatte und es enthielt, eben genau das, was der Titel besagt. Daran erinnert wurde ich gestern, als ich Bilder wie dieses auf Breitmachmacker gefunden hatte. Ich erinnere mich daran, dass ich oft nicht verstanden wurde, weil ich solche Bilder lustig fand. Und ich konnte es nicht erklären – allerdings jetzt ist mir klar warum: Es sind und waren Zeichen dafür, dass ich nicht mehr an das Patriarchat glaube. Denn würde ich daran glauben, wäre es nicht komisch – sondern im Gegenteil ganz schön unbehaglich. Ich jedendfalls kann diese Körpersymbolik nicht mehr ernst nehmen. Den Blick wenden, anders hin-schauen – so gesehen doch auch irgendwie Kunst im Alltag. Und vor allem: solche Bilder können doch nur kunspirativ gemacht werden.

hergestellt von Eleonora Bonacossa auf der denkumenta 2013

hergestellt von Eleonora Bonacossa auf der denkumenta 2013

Da kann die Welt nicht mehr sein wie vorher.

Aufgewacht bin ich mit so einer Vielzahl neuer Wörter – die können nicht da drin bleiben. Die denkumenta hat meine spielerische Freude an der Sprache, meine Begeisterung für Wörter wieder in mein Leben gebracht. Und auch die Sinnhaftigkeit davon etwas mitzuteilen oder mit – zu – teilen wieder in meinen Sinn gebracht.

Deshalb bin ich meinem Begehren gefolgt und es gibt jetzt diesen Blogg. Hier werde ich hier versuchen eine bisschen Kunst in meinen Alltag zu bringen ein bisschen den Alltag als Kunst zu (er)finden und mein Nach-denken teilen – eben kunspirieren oder kunstspirieren und vielleicht auch con-spirieren.